Diabetologische Schwerpunktpraxis

 

Der Diabetologe ist ein Arzt, der sich speziell um die Betreuung von Patienten mit
Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“) kümmert.
Es gibt derzeit drei verschiedene Diabetologen-Typen: Diabetologe nach DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft),
Internist mit Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie sowie den Arzt mit Zusatzbezeichnung Diabetologie.

Ambulant werden Diabetiker im Idealfall in allen Fragen rund um den Diabetes in diabetologischen Schwerpunktpraxen betreut.

Diabetes mellitus Typ I und II

Diabetes mellitus ist der Sammelbegriff für verschiedene Störungen des Stoffwechsels, deren Leitbefund eine Überzuckerung im Blut ist. Mechanismen, die zur Überzuckerung führen, setzten überwiegend am Insulin, einem der wichtigsten Hormone des Zuckerstoffwechsels im menschlichen Körper, an. Die Folge sind absoluter Insulinmangel, relativer Insulinmangel durch eine abgeschwächte Wirksamkeit des Insulines (Insulinresistenz) oder beides zusammen. Der Diabetes mellitus wird in zwei Unterformen eingeteilt:

  • Typ 1 Diabetes mellitus: die Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse durch körpereigene Abwehrmechanismen führt zum absoluten Insulinmangel. Die einzige Behandlungsmöglichkeit ist die Insulintherapie.
  • Typ 2 Diabetes mellitus: Kann sich erstrecken von einer (genetisch bedingten) Insulinresistenz mit relativem Insulinmangel bis zu einem absoluten Insulinmangel im späteren Krankheitsverlauf. Der Typ 2 Diabetes ist häufig mit anderen Problemen des metabolischen Syndromes assoziiert, wie zum Beispiel Übergewicht, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung. Bei der Behandlung spielen Lebensstil ändernde Maßnahmen eine sehr große Rolle. Häufig ist zusätzlich der Einsatz von Medikamenten von Nöten.
Diabetes in der Schwangerschaft

Der Schwangerschaftsdiabetes, auch als Gestationsdiabetes bezeichnet, ist definiert als ein erstmals in der Schwangerschaft diagnostizierter Diabetes mellitus. Beim typischen Gestationsdiabetes tritt nach der Geburt bei den meisten Frauen wieder ein normaler Zuckerstoffwechsel auf. Der Gestationsdiabetes zählt insgesamt zu den häufigsten schwangerschaftsbegleitenden Erkrankungen. Als Risikofaktoren gelten Übergewicht, ein Alter über 30 Jahren und eine erbliche Vorbelastung mit Diabetes mellitus. Ein Schwangerschaftsdiabetes kann jedoch auch ohne bekannte Risikofaktoren auftreten.

Beim Schwangerschaftsdiabetes muss die Blutzuckerregulierung im Interesse des Kindes besonders streng erfolgen. Die Blutzuckerwerte sollten denen einer Nichtdiabetikerin entsprechen. Ist dies durch Diät nicht erreichbar, ist eine Insulintherapie notwendig; blutzuckersenkende Tabletten sind für Schwangere in Deutschland nicht zugelassen. Bei der Behandlung des Gestationsdiabetes ist eine enge Kooperation von Frauenärzten und Diabetologen sehr wichtig.

Ein Test zur Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes sollte bei allen Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Obwohl  dieser Test sehr sinnvoll ist, wird er von den meisten gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland nicht gezahlt. Da sich die Angebote der Krankenkassen jedoch gelegentlich ändern, kann jeder Schwangeren nur geraten werden, frühzeitig nachzufragen, ob die Kosten für einen Test auf Gestationsdiabetes doch übernommen werden.

Als Diabetologe betreue ich natürlich auch Typ 1 und Typ 2 Diabetikerinnen, die schwanger sind.

Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Der Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter. Aktuell gibt es in Deutschland etwa 20 000 bis 25 000 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Die Anzahl der Neuerkrankungen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Parallel zum Anstieg der Häufigkeit von Übergewicht im Kindes- und Jugendalter hat die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes zugenommen.

Als Diabetologe betreue und berate ich Sie als Familie gerne zu allen Fragen und Problemen rund um den Diabetes Ihres Kindes. Eine enge Kooperation mit ihrem Kinderarzt ist hierbei selbstverständlich.

Insulinpumpentherapie

Bei der Insulinpumpentherapie wird das Insulin nicht mehr mittels Spritze oder Insulin-Pen mehrmals am Tag gespritzt, sondern von einer kleinen, programmierbaren Pumpe über einen Katheter ins Unterhautfettgewebe geleitet. Daher muss die Pumpe dauerhaft am Körper getragen werden, kann jedoch auch unter bestimmten Voraussetzungen für mehrere Stunden abgelegt werden. Zu diesem Zweck lässt sich der Katheter meist direkt am Körper abkoppeln und verschließen.

Das Prinzip ist ähnlich wie bei der intensivierten Insulintherapie: es gibt eine Basalrate, die den Grundbedarf an Insulin deckt und individuelle Boli, die für Mahlzeiten und Wertekorrekturen zuständig sind. In der Pumpe befindet sich ein Reservoir, das mit immer nur einer Insulinart befüllt wird, entweder mit einem Normalinsulin oder mit einem schnellwirkenden Analoginsulin.

Eine Variante zur herkömmlichen Pumpe mit Infusionsset sind sogenannte Patch Pumps, bei denen die eigentliche Pumpe mit dem Infusionsset in einem Gehäuse kombiniert ist. Diese Einheit wird auf die Haut geklebt und nach circa drei Tagen komplett ausgewechselt. Die Steuerung erfolgt über eine separate Einheit.

Die Insulinpumpe kann nicht die Funktion der gesunden Bauchspeicheldrüse ersetzen, da sie den Blutzuckerwert nicht selbständig ermittelt. Es gibt Modelle mit integriertem Blutzucker-Mess-System, welche aber nicht selbsttätig die abzugebende Insulinmenge bestimmen können.

In meiner diabetologischen Schwerpunktpraxis betreue ich Sie sowohl wenn Sie schon einen Pumpentherapie durchführen, als auch wenn Sie neu auf eine Pumpe eingestellt werden. Hierzu gehört die Schulung auf das jeweilige von Ihnen gewählte Pumpenmodell in der Bedienung sowie der Ermittlung und Einstellung der individuellen Basalrate.

Kontinuierliche Glukosemessung

Bei der kontinuierlichen Glukosemessung wird der Zucker-gehalt in der Gewebsflüssigkeit des Unterhautfettgewebes gemessen. In der Regel korreliert der dortige Glukosewert
eng mit dem Blutzuckerwert.

Mit dem kontinuierlichen Glukosemonitoring wird mehrfach pro Minute Ihr Glukosewert ermittelt und dann alle 5 Minuten ein daraus ermittelter Durchschnittswert angezeigt, bis zu
288-mal pro Tag.

Eine Grafik im Display gibt Ihnen schnell Aufschluss über
Ihre aktuellen Verlaufswerte. Dank der Trendpfeile erkennen Sie, in welche Richtung sich Ihr Glukosewert entwickelt.
Auf Wunsch warnen Sie Alarme Tag und Nacht vor hohen
und niedrigen Glukosewerten.
Bei der klassischen Messung mit Blutzucker-Teststreifen können unter Umständen signifikant hohe oder niedrige Messwerte nicht bemerkt werden.

Die Verfügbarkeit einer wesentlich höheren Glukosedaten-menge eröffnet eine neue Dimension in der Diabetestherapie.

Diabetologische Fußambulanz

Das diabetische Fußsyndrom ist eine häufige Komplikation des Diabetes mellitus. Es entsteht meist auf dem Boden eine Störung der Nerven der Füße oder auf Grund einer Durchblutungsstörung. Auch die Kombination aus Beidem ist nicht selten.

Als diabetologische Schwerpunktpraxis kümmern wir uns in Kooperation mit einem orthopädischen Schuhmachermeister um die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung des diabetischen Fußsyndromes.

Diabetes-Schulungen

Rund um den Diabetes mellitus gibt es viel zu Wissen.
Wer über seine Erkrankung Bescheid weiß kann sie optimal in Griff bekommen.
Sie selbst können mit dem nötigen Wissen viel dafür tun Ihren Diabetes zurückzudrängen. Geschulten Patienten fällt es leichter die empfohlene Therapie problemlos umzusetzen.

In unseren Diabetes-Seminaren bringt Ihnen Frau Sternheimer entweder in kleinen Gruppen oder in Einzelsitzungen alles bei was Sie über die Erkrankung und die Behandlung wissen sollten.

Ernährungsberatung

Diabetes mellitus Typ 2 geht häufig mit Übergewicht und Insulinresistenz einher. Im Rahmen unserer Diabetes Seminare geben wir Ihnen Ernährungsempfehlungen, die sich an der LOGI-Methode orientieren. Die LOGI-Methode (LOw Glycemic and Insulinemic Diet) stellt ein zu den etablierten Regeln alternatives, aber  wissenschaftlich abgesichertes Ernährungskonzept dar.
Sie ermöglicht einerseits eine Gewichtsreduktion ohne zu hungern, verbessert aber andererseits, auch unabhängig vom Abnahmeerfolg, die entgleiste Stoffwechselsituation. Das Prinzip ist eine Umstellung auf eine zucker- und stärkereduzierte Kost. Ein Wechsel auf Kohlenhydrate, die langsam im Körper aufgenommen werden wird dabei empfohlen.  Eine grundlegende Umstellung der Ernährungsgewohnheiten ist nicht notwendig, da traditionelle Grundnahrungsmittel verwendet werden.

Wir machen Urlaub vom
30.07.2018 bis 17.08.2018

Bitte wenden Sie sich in dringenden Fällen an:
vom 30.07.-10.08. 2018:
Dres.med. Rehbein/van der Does, Weißenburger Str. 20-24 63739 Aschaffenburg - Tel.: 06021-12071

vom 30.0 7.-17.08.2018:
Dres. med. Sommer/Milnik, Frohsinnstr. 20, 63739 Aschaffenburg - Tel.: 06021-27103
Dr. med. H.J. Roth, Goldbacher Straße 7 63739 Aschaffenburg - Tel.: 06021-26884
Außerhalb der Sprechzeiten wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst Bayern,
Tel. 116 117.

Ab Montag, den 20. August sind wir wieder für Sie da!